Oma und Enkelin, 14 Jahre

Enkelin, 14 Jahre:

 

Mein Traum ist, den Motorradführerschein zu machen. Dann bin ich von meinen Eltern unabhängiger. Meine Eltern haben auch Motorräder, aber jetzt sitze ich immer nur hinten drauf. Wenn ich selbst den Führerschein habe, kann ich auch mit anderen auf Treffen fahren.

Und ich träume davon, in Serien (in fiktiven Welten) hineinzukommen. Ich will aber nicht der Hauptcharakter sein, sondern nur „die 2.“ Dann habe ich auch viel Power, aber ich helfe damit dem Hauptcharakter. In der Virtual Reality wäre ich dann der Flüsterer und könnte Feuer und Menschen kontrollieren.

Cosplay würde mich auch sehr interessieren,, ich habe es aber noch nicht angefangen.

Ein großer Traum von mir ist auch, dass es in der Schule besser läuft. Ich habe oft die Schule gewechselt, auf der jetzigen bin ich seit zwei Jahren, finde aber nicht gut Anschluss. Ich finde, die anderen sind alle so „gleichgeschaltet“, und wenn man anders ist, wird man ausgegrenzt. Sie erwarten, dass ich mich anpasse, und darauf habe ich keine Lust.

Ich will später einmal Psychotherapeutin werden. Es ist jetzt schon so, dass alle zu mir kommen und sich helfen lassen wollen. Ich erkläre auch gerne. Aber das Helfen führt nicht dazu, dass mich die anderen mögen. Ich bin ein Seelentaschentuch.

 

Oma:

Ich bin zufrieden, und in meinem Umfeld soll alles so bleiben.

Auf Nachfrage, ob es da nicht doch noch etwas gibt: Ich würde gerne ein paar Hühner halten, und einen Gockel. Das ist einfach schön, sie zu haben. Ich liebe Federvieh allgemein. Die sind lustig.

Auf Nachfrage, was der Realisierung dieses Traums im Weg steht: Mein Mann will nicht.

Auf Nachfrage warum, und ob die Hühner dann auch geschlachtet werden: Das hat vielleicht wirklich etwas damit zu tun,, dass der Vater meines Mannes Hasen gehalten hat und die dann immer geschlachtet wurden.

 

Das geht ihm wohl immer noch nach. Und er befürchtet wohl, dass er dann die Hühner schlachten muss, wenn wir welche haben. Das muss aber nicht sein; von mir aus können die alt werden.

Martina Vodermayer