Dagmar Menger, Dekorateurin, 56 Jahre

Mein Traum war schon ganz früh in der Kindheit, weg von zu Hause zu kommen. Um mich herum schienen alle Menschen glücklich zu sein, nur ich nicht.

Ich suchte nach etwas, was auch mich glücklich macht. Aber ich hatte keinen Plan.

Inzwischen habe ich einen spirituellen Weg gefunden, der mich zwar auch immer mal wieder

durchgeschüttelt, weil ich an Grenzen komme. Aber es hat mich in der Entwicklung weitergebracht. Dennoch bleiben mir Zweifel.

Mein wirklich großer Traum ist, glücklich zu werden.

Ich hätte gerne die innere Gelassenheit, alles so zu nehmen, wie es ist.

Dazu gehört auch das Abschied nehmen. Dem Schmerz weicht man ja gerne aus.

 

Das Leben kann ich nicht ändern, aber mich.

Mein Traum hat also eher mit inneren, als mit äußeren Umständen zu tun.

Egal wie die Welt außen ist, innen kann man doch glücklich sein.

Das überträgt sich dann auch auf die Umgebung, es geht weiter.

Gesellschaftlich gesehen ist mein Traum, dass wir vom Materialismus wegkommen und stattdessen viel mehr die Begegnung als wertvoll erachten, das Zusammensein mit anderen Menschen.

Während des Lock-down habe ich gemerkt, wie wichtig mir die Menschen um mich herum sind. Was bleibt einem denn sonst, als die Menschen, die man liebt. Ich hatte auch schöne neue Begegnungen während des Lock-down. Eine schöne Begegnung mit einem ganz fremden Menschen freut mich den ganzen Tag.

Während der Zeit des Lock-down war auch das Jagen endlich mal vorbei.
Ich würde mir sehr wünschen, dass uns das erhalten bleibt, und die Gewohnheiten nicht schon wieder so stark greifen.

Für die Stadt Ulm wünsche ich mir, dass wir mehr Begegnungsräume hätten, wo man sich treffen kann, ohne konsumieren zu müssen. Zum Beispiel auf dem Münsterplatz! früher gab es da Stühle für Alle, aber die sind weg.

Zeichnung_Dagmar_menger.jpg

Da würde ich mir eine kleine Wiese auf einem Teil des Platzes wünschen, wo man sich drauflegen kann. Es passiert zu wenig Kommunikation auf dem Münsterplatz, die Menschen laufen einfach nur drüber und verweilen nicht.

Schön wäre auch irgendwo in der Stadt ein überdachter Raum für alle im Freien, wo man vor Regen und zu starker Sonne geschützt ist und auch tanzen könnte.

Martina Vodermayer