Diplom-Verwaltungswirt, 72 Jahre

Die unkomplizierte Bierdeckel-Steuererklärung sollte eingeführt werden, wie sie in den frühen 1990er Jahren von Prof. Kirchhoff, dem Bundesverfassungsrichter zusammen mit Friedrich Merz, CDU, vorgeschlagen wurde. Eine Steuererklärung also, die so einfach und knapp ist, dass sie auf einem Bierdeckel Platz hat. Das fände ich richtig.

 

Gesellschaftlich gesehen sollten wir uns nach der Maxime richten: 'Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt’ [Immanuel Kant, 1724-1804]. Der Ausbruch in Stuttgart zeigte, dass da einiges in unserer Gesellschaft brodelt. Es tritt viel Unzufriedenheit zu Tage, obwohl es uns ja nicht schlecht geht. Vieles gerät gerade aus den Fugen. Es ist wie die Situation, wenn man auf einen Wasserfall zufährt, und kurz vor der Abbruchkante nach unten das Wasser plötzlich ganz still wird, sich nicht mehr viel bewegt.

So empfinde ich unsere gegenwärtige Situation. 

Die Ballung der Zuwanderer an bestimmten Orten muss in Zukunft vermieden werden. Die Flüchtlinge sollten unbedingt dezentral untergebracht werden. In meinem Heimatdorf mit etwa 5000 Einwohnern spielt die Zuwandererproblematik keine Rolle mehr, sie sind längst integriert in Vereine und die Dorfgemeinschaft. In den Großstädten mit ihrer Anonymität ist das schwerer möglich.

Interessant ist, dass man immer wieder bei Konflikten nach Aufstockung der Polizei ruft. Rund 10% der Deutschen, also 8 Millionen sind kriminell, dafür ist die Polizei da. Für die 3 Millionen Zuwanderer gilt der gleiche Anteil, also 300.000, die kriminell werden. Das ist  eigentlich eine Zahl, die gegenüber den deutschen Kriminellen vernachlässigbar wäre.

 

Die Probleme entstehen erst in den Großstädten, durch mangelnde Integrationsmöglichkeit.

Ich selbst habe einen großen Freundeskreis mit vielen verschiedenen Nationalitäten, aber wenn man am Frankfurter Bahnhof oder im Kindergarten kaum noch seine eigene Sprache hört, beginnt man, sich in seinem Land nicht mehr zuhause zu fühlen.

Also: Dezentralisierung!

Meine eigene Utopie?

Eine selbstbestimmte Lebensdauer. Ich werde am 30. 6. 2030 sterben, das habe ich so bestimmt. Zu diesem Zeitpunkt werde ich 82 Jahre alt sein. Das ist auch das Alter, in dem die meisten meiner nahen, männlichen Verwandten gestorben sind. Am 19. 5. 2030, meinem 82. Geburtstag, werde ich meine Entscheidung kurz zuvor nochmal überprüfen.

Mich befreit dieser Gedanke, so habe ich nun noch 10 Jahre Ruhe und brauche mir keine Gedanken um meinen Tod zu machen. Ich kann das Leben in vollen Zügen genießen.

Ich bin auch in der katholischen Kirche engagiert und wir reflektieren in einer Gruppe viel gemeinsam über dieses Thema.

 Ich freue mich sehr darauf, das Neue  n a c h  meinem Tod kennenzulernen.

 Mit mir selbst bin ich im Reinen, und bisher hat mich der Herrgott immer liebevoll behandelt.

Martina Vodermayer