Anonym
Zwei junge Leute interessieren sich sehr, was wir hier am Container machen. Ich erkläre schon eine Menge, und sie sagen dann, sie bräuchten noch mehr Zeit, seien aber nicht aus Ulm und müssten noch zur Touristeninformation, die bald zumache. Sie gehen und kommen nach etwa einer Stunde wieder, schwerbepackt mit Informationsmaterial. Offensichtlich sind sie ganz neugierig.
Da der junge Mann namens Mohamed nur Englisch spricht, führen wir das ganze Gespräch in dieser Sprache. Es wendet sich nach ganz kurzer Zeit in eine völlig unerwartete Richtung. Denn auf die erste Frage "What do you really want?" kommt die unerwartete Aussage "Peace of mind". Das ist auch für Sofia, mit der er gekommen ist, ziemlich überraschend, und deshalb fragt sie nach, was er darunter versteht und wie er das denn erreichen wolle. Er sagt, man müsse mit sich selbst und seinen Handlungen achtsam und aufrichtig umgehen, und diese Art der Lebensführung kultivieren.
Nach mehreren Jahrzehnten Zen-Praxis ist mir diese Sichtweise sehr vertraut, aber es ist im Container nicht meine Absicht, ein Gespräch über Buddhismus zu führen. Im Zusammenhang mit der Diskussion über das „Wollen“ kommen wir zum Thema „Erreichen“; ich zitiere aus dem Herz-Sutra den Satz „weil es nichts zu erreichen gibt...“, der die Warnung enthält, sich auf etwas zu fixieren und sich so davon abhängig zu machen, und sei es auch geistiger Friede. Leben sei dynamisch und veränderlich, und man könne sich auch davor zu drücken versuchen, indem man sich im geistigen Frieden verkriecht. Das funktioniert aber nicht.
Wir kommen zurück zur Kreativität, die uns auffordert, am Leben teilzunehmen, uns mit dem zu verbinden, was immer auf uns zukommt, und es nicht mit Konzepten abzublocken, die wir mit uns herumschleppen. Die beiden wollen sich zum Workshop anmelden.